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Das Versagen und seine Methode: Anschlag als Ablenkung von Aleppo

21. Dezember 2016
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In den Ruinen von Ost-Aleppo halten sich westliche Geheimoffiziere versteckt (Foto: Sputniknews)

Seit zwei Tagen überschlagen sich die Meldungen zu den mutmaßlichen Terroranschlägen von Berlin. Die Volksseele brodelt. Und ebenso die Politik. Dabei wäre genau jetzt Einhalt geboten, und nicht blinder Aktionismus. Denn während die Diskussion über die Ausländerpolitik der Bundeskanzlerin hoch kocht, würde sich ein gründlicher Blick auf die Umstände des Anschlags lohnen. Denn einige davon sind durchaus bemerkenswert. Doch unsere Medien versagen auf der gesamten Linie. Ein Manöver zur Ablenkung vom Geheimdienstskandal in Ost-Aleppo?

Ein Kommentar von Frank Höfer

Da wäre zunächst das zeitliche Setting des Anschlags:

15. Dezember

Zunächst wurde am 15. Dezember durch den bekannten syrischen Parlamentsabgeordneten Faris Shihabi bekannt, dass syrische Spezialkräfte bei der Befreiung von Ost-Aleppo in einem unterirdischen Hauptquartier mehr als ein Dutzend hochrangige Militäroffiziere verhaftet hätten, die als Mitglieder der von den USA geführten Koalition vor Ort mit jenen Dschihadisten zusammen gearbeitet hätten, die in den deutschen Qualitätsmedien als „gemäßigte Rebellen“ bezeichnet werden. Der Abgeordnete zählte 14 Namen auf, darunter einige Saudis, einen US-Amerikaner, einen Türken, einen Israeli, einen Jordanier und einen Marokkaner. (LINK: https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=384903921843423&id=100009714551392)

 

16. Dezember

Einen Tag später, am 16. Dezember, berichtete der syrische Journalist Said Hilal Alcharifi (https://www.facebook.com/said.h.alcharifi/posts/1401107103274526?pnref=story), dass nach ihm bekannt gewordenen Informationen unter den Festgenommenen der US-Koalition auch Deutsche, Franzosen, Briten und Kataris seien. In Deutschland berichtete das als seriös geltende internationale Nachrichtenportal voltaire.net: http://www.voltairenet.org/article194586.html.

 

17. Dezember

Inzwischen nahm der Skandal weitaus größere Dimensionen an. Denn nun berichtete auch die US-amerikanische „Veterans Today“ ausführlich – und legte nach: http://www.veteranstoday.com/2016/12/17/breaking-syrian-special-forces-captured-14-us-coalition-officers-captured-in-aleppo/. In einem Update bezifferten die US-Veteranen einige Nationalitäten der Festgenommenen auf:

– 62 Türken – 22 US-Amerikaner – 21 Franzosen – 16 Briten und – 7 Israelis.

Man betonte, die zwei Tage zuvor bekannt gewordene Liste von 14 Namen bestünde aus Decknamen. Und die Offiziere seien nicht, wie zuvor berichtet, festgenommen, sondern nach Verhandlungen unter den Kriegsparteien in dem umkämpften Stadtviertel auf freien Fuß gesetzt worden, sie durften das ausgehobene Geheim-Hauptquartier verlassen.

Demnach handelte es sich glasklar um eine Geheimdienst-Operation und nicht um eine Art halb-offiziellen Freundschaftsbesuch.

Seit ihrer Freilassung halten sich diese Offiziere in Ost-Aleppo offenbar versteckt.

Ganz allgemein ist festzustellen, dass wohl nicht zufällig genau zu diesem Zeitpunkt die deutschen Massenmedien gerade ganz besonders über die angeblich schlimme Lage der Menschen in Ost-Aleppo jammerten, die gerade von der syrischen Armee von den Terroristen befreit wurden, so als könne man durch öffentlichen Druck auf Russland und Syrien die vollständige Befreiung verzögern. Immer wieder wurde in den Qualitätsmedien berichtet, dass sich die Evakuierung der armen Zivilbevölkerung auf Betreiben Russlands und Syriens verzögere – und sie verläuft weiterhin nur schleppend.

gthz18. Dezember Tatsächlich war wohl es die eigene Kriegspartei, die ein Interesse daran hatte, die Evakuierung heraus zu zögern: Mal beschossen Rebellengruppen die einfahrenden Busse, so dass diese wieder umkehren mussten, ein weiteres Mal zündeten Rebellen die Busse an, was für weiteren Zeitverlust für die Zivilbevölkerung in Ost-Aleppo sorgte: http://www.sueddeutsche.de/politik/krieg-in-syrien-berichte-busse-zur-evakuierung-syrischer-doerfer-in-brand-gesteckt-1.3300362

Diese immer noch andauernde Verzögerungstaktik diente dem Schutz der oben genannten US-Koalitionäre – denn die Militärs in Washington und Berlin wissen: Ist Ost-Aleppo erst einmal vollständig evakuiert, dürfte es schwer werden, die geheimen Militärs heraus zu schmuggeln, ohne, dass sie erneut festgenommen und diesmal gründlicher von den Syrern durchleuchtet würden.

Doch die Nachricht der ausgehobenen US-Militärzentrale in Ost-Aleppo kursierte bereits immer stärker in den Sozialen Medien – vor allem für Deutschland würde das öffentliche Bekanntwerden von deutschen Offizieren in einem Einsatz auf syrischem Boden einen handfesten Skandal im Bundestagswahlkampf bedeuten: Immerhin gibt es bislang für einen solchen Einsatz kein Mandat des Parlaments. Und schon gar keinen für die Unterstützung von Dschihadisten.

Musste ein Ablenkungsmanöver her?

Erster Verdächtiger Naved B.: Falscher Hase für eine Ablenkung der Medien? Foto: n-tv

Erster Verdächtiger Naved B.: Falscher Hase zur Ablenkung der Medien? (Foto: n-tv)

19. Dezember Am Montag dann wurde spät nachmittags der russische Türkei-Botschafter medienwirksam vor laufenden Kameras erschossen – was die russischen Medien Tage lang beschäftigt. Doch das Entsetzen bei den Deutschen wuchs unermesslich, als um 21.11 Uhr ein Laster auf den Berliner Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz raste und 11 Menschen tödlich verletzte. Der 12. Tote erlag kurz darauf dem Schuss aus einer Waffe des mutmaßlichen Tatverdächtigen Anis Amri.

Doch der Öffentlichkeit präsentiert wurde zunächst ein anderer Verdächtiger, den die Polizei an der 1,5 Kilometer entfernten Siegessäule von der Straße weg gefangen hatte.

 

bachmann-tweet1Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Polizei bereits kurz nach der Tat von der Identität Amris wusste:

– Ex-Pegida-Frontstimmungsmacher Lutz Bachmann verkündete bereits eine Stunde nach der Tat (22.16 Uhr): „Interne Info aus Berliner Polizeiführung: Täter tunesischer Moslem. Das der Generalbundesanwalt übernimmt, spricht für die Echtheit.“ (https://mobile.twitter.com/lutzbofficial/status/810956972401053697)

 

 

bachmann-tweet2– Am 21. Dezember bekräftigte Bachmann später seine Aussage: https://twitter.com/lutzbofficial/status/811526873066962948

Auf eine Nachfrage zu der Quelle seiner Information antwortete er: „Polizei Berlin“. (https://twitter.com/1_AmorFati/status/811558021604249600)

Nun wäre der bloße Umstand dieser Tweets in Kenntnis der Person Bachmann nicht weiter erwähnenswert, wäre da nicht die Tatsache, dass dieser schon öfter öffentlich sein gutes Verhältnis zur Polizei gelobt hat – und dies auch offensichtlich auf größter Gegenseitigkeit beruht. Dies fiel sogar schon vor über einem Jahr der BILD-Zeitung auf: http://www.bild.de/regional/dresden/pegida/polizei-spitzel-fuettert-pegida-boss-mit-infos-42702052.bild.html

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass eine gute Bekannte von Bachmann in Sachen islamistischen Terrors direkt an der Quelle sitzt: So teilte seine Ex-Pegida-Frontfrau Kathrin Oertel dem Autor in einem Gespräch Anfang Dezember 2015 mit, ihr ehemaliger Gatte sei beim sächsischen Landeskriminalamt für genau diesen Kriminalitätsbereich „zuständig“.

Elmar Theveßen, Terror-Experte des zdf, wunderte sich noch am Abend des Anschlags: Die Aktivitäten der Polizei am Tat-Lkw ließen nicht erkennen, dass man den Laster als Tatwerkzeug eines Terroranschlags einstufe. „Da würde dort viel mehr Polizei zugange sein“, erklärte er während der Live-Berichterstattung zum Anschlag.

20. Dezember

Am Dienstag trat dann der syrische UN-Botschafter Baschar al-Dschafari vor den Sicherheitsrat, um genüsslich jene 14 Decknamen vor zu lesen, jener Herrschaften der westlichen Militärs, die sich noch immer in Ost-Aleppo bei Rebellengruppen versteckt hielten: https://www.youtube.com/watch?v=PHwvQyCoYzA Er bescheinigte dabei den westlichen Koalitionären „hysterische Aktivitäten“ im UN-Sicherheitsrat, um „diese ausländischen Terroristen und Geheimoffiziere“ zu retten. Denn genau jene Herkunftsländer der festgestellten Offiziere seien am lautesten an dem Streit im Sicherheitsrat beteiligt.

Und unsere deutschen Qualitätsmedien? Fehlanzeige. Sie berichteten in allen Hauptnachrichten in erster, zweiter und dritter Linie über den „neuen“ Erkenntnisstand bei der Jagd nach dem Berliner Attentäter, wonach der Festgenommene auf freiem Fuß sei und die Suche weiter gehe.

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Neuer Tatverdächtiger Anis Amri: Wird er erst gefasst, wenn die Krise um die Geheimoffiziere in Syrien vorbei ist? Fahndungsfoto: BKA

21. Dezember

Gestern (Mittwoch) wurde dann endlich auch der Öffentlichkeit bekannt gemacht, wer der eigentliche Tatverdächtige ist – und dass man ihm jetzt erst auf die Spur gekommen sei, durch eine Duldungsbescheinigung, die sich in dessen Portemonnaie unter dem Fahrersitz des Lasters befunden habe. Gefunden habe man den Geldbeutel bei dessen späterer Durchsuchung.

Auch hier lässt die offizielle Darstellung schwerwiegende Fragen offen:

1. Der Laster musste VOR dem Einsatz der Rettungskräfte unbedingt auf deponierte Sprengsätze des Attentäters untersucht werden. Obwohl die Geldbörse unter dem Sitz lag, also direkt als erstes jedem hinein kletternden Polizist hätte ins Auge springen müssen, will man sie nicht bemerkt haben? An einem Ort, der als einer der ersten auf eine Bombe hin untersucht werden müsste?

2. Falls – was an zu nehmen ist – der Polizei der eigentliche Tatverdächtige jedoch bereits seit Montagabend bekannt war: Warum gingen die Behörden erst zwei Tage später mit seiner Fahndung an die Öffentlichkeit? Der Schussverletzung des erschossenen Beifahrers nach war klar, dass es sich um einen bewaffneten Täter handelt, dem aufgrund seiner Tat und seines bekannten islamistischen Hintergrundes weitere Taten zuzutrauen waren – eine schnellstmögliche Fahndung wäre also unverzichtbar gewesen.

Zu allem Überfluss legten Profis mit einer groß angelegten DDoS-Attacke das Hinweisportal des Bundeskriminalamts lahm – eine Maßnahme, die die Behinderung der Aufklärungsarbeit bewirken sollte: http://www.tagesschau.de/inland/berlin-hinweise-101.html. Mindestens zweieinhalb Stunden lang konnten Nutzer keine Fotos oder Videos an das BKA übermitteln. Dann ergriff man erfolgreich Gegenmaßnahmen, die den Angriff schließlich abwehrten.

Der Bayerische Rundfunk berichtete am Abend (http://www.br.de/nachrichten/personaldokumente-is-100.html), dass es nicht außergewöhnlich sei, dass ein Ausweis am Tatort gefunden wurde – denn die Terroristen wollten ihrer Gemeinschaft so eine Botschaft hinterlassen und einen Märtyrerkult errichten. Das Problem an dieser Argumentation ist nur: Der Täter ist nicht tot, er sprengte sich nicht in die Luft oder kam etwa im heldenhaften Kampf mit der Polizei ums Leben, sondern er war am Tatort nicht aufzufinden. Er flüchtete unerkannt, um sein Leben zu retten – für einen Märtyrerstatus reicht das wohl kaum aus.

Man darf also zusammen fassen:

1. Der Anschlag ereignete sich auf dem Höhepunkt eines sich über Tage hin zugespitzten Gefechtszustands zwischen Ost und West in Aleppo, bei dem gerade für Deutschland viel auf dem Spiel stand. Von Angela Merkel ganz zu schweigen.

2. Es ist festzustellen, dass über diesen Konflikt über die ausgehobenen West-Geheimoffiziere bei den Dschihadisten, trotz dessen heraus ragender nachrichtlicher Bedeutung, keine Berichterstattung in angemessener Breite und Intensität in den deutschen Qualitätsmedien stattgefunden hat – da diese mit einem „Terroranschlag“ abgelenkt waren, bei dem die Polizei offenbar mit gezinkten Karten spielt.

3. Bleibt also die Frage offen: War dieser Anschlag nach dem Vorbild von Nizza, bei dem alle Umstände die gleichen waren, bis hin zum „aufgefundenen“ Ausweisdokument, ein Ablenkungsmanöver, um einen aufkeimenden Skandal über verletztes Völkerrecht, durch deutsche Geheimdienst- und/oder Bundeswehrangehörige, zu decken?

4. Dient der gesamte Terroranschlag im deutschen Inland am Ende nur dazu, von einer zugespitzten Krise im Ausland abzulenken? Die Aufmerksamkeit des tumben Wahlvolkes vom Ausland weg zu lenken, bis die eigenen Geheimoffiziere in Sicherheit gebracht worden sind? Neu wäre so ein Ablenkungsmanöver nicht.

Wäre es nicht notwendig, auch eine False Flag Operation hinter dem Anschlag von Berlin in Betracht zu ziehen? Es wäre nicht die erste und bislang auch nicht die Einzige in Deutschland: – So sprengte der Verfassungsschutz im Jahre 1978 in der „Aktion Feuerzauber“ ein Loch in die Außenmauer eines Gefängnisses, um die Schuld einem Mitglied der Roten Armee Fraktion in die Schuhe zu schieben. http://www.ndr.de/kultur/geschichte/chronologie/cellerloch102.html – Erst neun Jahre ist es her, dass die „Sauerland-Bomber“ einen Anschlag in Deutschland planten, kurz davor jedoch wurden sie festgenommen. Der Beschaffer der Sprengzünder: Mevlüt Kar, ein V-Mann des Verfassungsschutzes, der mit dem türkischen und dem amerikanischen Geheimdienst zusammen kooperiert hatte: https://www.heise.de/tp/features/Das-Arbeitsleben-des-V-Manns-Mevluet-Kar-in-Deutschland-3392225.html. In die Schuhe geschoben wurde der vereitelte Anschlag radikalen Islamisten.

Dass deutsche Geheimdienste mit internationalen Terrororganisationen wie Al-Kaida bestens zusammen arbeiten, zeigte erst im vergangenen Jahr das Beispiel des Verfassungsschutz-Mitarbeiters Irfan Peci: https://youtu.be/iM0YO0WlhiA. Auch das ZDF berichtete über diesen Fall: https://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/blob/40530794/1/data.pdf.

DIESEN hier geschilderten Merkwürdigkeiten rund um den Berlin-Anschlag hätten die Medien spätestens seit dem 19. Dezember 2016, um 21.11 Uhr, umfassend nachgehen können. Jedenfalls erhalten die öffentlich-rechtlichen ihr Geld dafür. Sie taten es nicht. Unsere Medien haben wieder einmal versagt. Und es ist nicht abzusehen, wann dieses Versagen endet.


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