Jetzt Spenden oder Premium Abonnent werden!

Spielen die Demokraten und die Republikaner „Risiko“?

7. Februar 2017
Share on FacebookShare on VKShare on Google+Tweet about this on TwitterShare on LinkedIn
                

–  Kommentar von Frank Höfer –

Es kommt mir so vor, als ob die Demokraten und die Republikaner ein jeweils anderes „Spielziel“ verfolgen, so wie bei dem abendfüllenden Brettspiel „Risiko“. Während der Amtszeit von Demokraten lag der Fokus stets auf einem Feindbild Russland. Unter den Republikanern jedoch war Russland selten der Erzfeind der USA. Ziel der Republikaner scheint eher eine zionistisch geprägte Vorstellung des Weltuntergangs (oder zumindest des Nahen Ostens) zu sein.

Wie komme ich darauf?

Unter Ronald Reagan (Republikaner) wurde massiv gezündelt im Iran (Iran Contra Affäre), doch viel wichtiger für seine Präsidentschaft war er Fall der Berliner Mauer („Mr. Gorbatschow, Dare down this wall“) , welche den Kalten Krieg beendete. In Russland kam Boris Jelzin an die Macht, welcher Russland demontierte. Unmittelbar daran schloss sich unter George H.W. Bush (ebenfalls Republikaner) der erste Golfkrieg an, der das Schlachtfeld für die US-Amerikaner im Nahen Osten öffnete.

Ruhiger wurde es dann als Bill Clinton (Demokrat) ins Weisse Haus einzog und seinen Fokus wieder gen Russland richtete, wo er mit Hilfe der amerikanischen Geheimdienste eine zweite Amtszeit des alkoholkranken Boris Jelzin sicher stellte, der seinerseits einen Ausverkauf Russlands an US-Firmen wohlwollend zustimmte.

Mit der Jahrtausendwende wendete sich das Blatt. In Russland kam Putin und in den USA George W. Bush (Republikaner) an die Macht. Wenige Monate später begann der „Krieg gegen den Terror“. In den Aufzeichnungen der PNAC-Denkfabrik, deren Autoren u.a. Dick Cheney, Paul Wolfowitz und Jeb Bush waren, ist nachzulesen, dass die zu vernichtende Achse des Bösen aus Irak, Iran, Afghanistan, Syrien u.a. Staaten im Nahen Osten bestehe. Von Russland war keine Rede mehr. Im Gegenteil: Bush und Putin führten 8 Jahre lang ein entspanntes russisch-amerikanisches Verhältnis. Im Nahen Osten jedoch explodierte unter Bush so ziemlich jedes Pulverfass und hinterließ Millionen Tote in mehreren muslimischen Ländern. Hier wurde bereits ein zukünftiger Blowback vorbereitet, der 8 Jahre später zum Tragen kommen soll.

Unter Obama wandelt sich der „Krieg gegen der Terror“. Osama bin Ladens Tod wird offiziell verkündet und es beginnt der „Arabische Frühling“. Mit Hilfe US-Amerikanischer Internetfirmen startet man eine farbige Revolution nach der Anderen und versucht so eine US-geführte „Stabilität“ in diese Länder zu bringen. Mit dem Iran selbst verhandelte die Obama-Administration sogar jenen Atomdeal, welchen die Republikaner unter Trump später wieder aufkündigen wollen. Das Verhältnis zu Russland verschlechtert sich währenddessen unter dem Demokraten Obama zunehmend.

Interessant ist dabei Syrien. Denn hier überschneiden sich die beiden theoretisch angenommenen Spielziele der Demokraten und der Republikaner. Denn Syrien betrifft sowohl die Problematik in Nahost, tangiert gleichzeitig aber auch die Interessen seines Nachbarlandes Russland. Zum Ende der Amtszeit Obamas waren die Fronten gegen Russland bereits soweit hochgefahren, dass man jeden Tag mit der Verkündung von DEFCON 1 rechnen musste.

Wohl auch deshalb konnte Donald Trump nun für die Republikaner ins Weisse Haus einziehen, weil Hillary Clinton erklärtermaßen diesen Krieg gegen Russland geführt hätte. Nun aber sind die Republikaner wieder am Zug. Und wenn man sich die ersten Maßnahmen von Donald Trump betrachtet, so wird das Muster, welches hier gespielt wird von Demokraten und Republikanern immer deutlicher.

dtGegen Putin hat Trump nichts. Er kenne ihn nicht und habe in Russland auch keine Geschäftsinteressen. Der Iran jedoch soll Terrorpate #1 in der Welt sein. Dass der Iran tatsächlich das neue große Feinbild der Trump-Regierung werden könnte, lässt alleine schon das enge Verhältnis zwischen Trump und seinem Schwiegersohn Jared Kushner erahnen. Kushner ist Herausgeber des „New York Observer“ und mit Trumps Tochter Ivanka verheiratet. Außerdem hat er beste Kontakte zum AIPAC und verehrt die Führer apokalyptischer Endzeitsekten, wie sein Besuch mit seiner jüdisch konvertierten Frau Ivanka am Grab des Chabad Lubavitsch Rebbes Ohel nur wenige Tage vor der Wahl zeigt. Der Einfluss solcher zionistisch geprägten Endzeitsekten in der Politik der USA, aber auch in Russland und anderen Großmächten darf keinesfalls unterschätzt werden! Vor allem nicht im Jahre 2017, welches dem Jahr 5777 im jüdischen Kalender entspricht und für Kabbalisten von enormer Bedeutung ist. Für Israels Rechte ist Trump der neue Messiahs aus Washington. Durch seinen »Berater für jüdische und israelische Angelegenheiten«, David Friedman, ließ Trump nur wenige Stunden nach Bekanntgabe seines Wahlsiegs mitteilen, Israel werde in ihm »einen Freund« haben, »wie ihn der jüdische Staat noch niemals zuvor gesehen hat«. Teheran dürfte entsprechend alarmiert sein.

Man kann nur hoffen, dass das Spiel nicht erst dadurch entschieden werden wird, dass einer von beiden gewonnen hat und sein Spielziel erreicht hat. Vielleicht könnte dieser Gedanke dadurch multipliziert werden, indem die Spielehersteller endlich beginnen auch den „Weltfrieden“ als ein mögliches Spielziel vorzugeben.

Slider