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TAG 9: Moskau: Wer ins Zentrum will, braucht starke Nerven – Herzlicher Empfang und Gedenken (mit VIDEOs)

15. August 2016
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8.13 Uhr: Wieder eine kurze Nacht – heute erwache in einem sehr kleinen „Comfort Hostel“. Der Komfort liegt auf der Hand: Es gibt nur zwei Zimmer, mit je vier Betten. Entsprechend ruhig bleibt es nachts auf dem Gang. Die Besitzerin (Mitte 40) ist sehr um unser Wohlbefinden bemüht, sehr herzlich, immer lächelnd und zuvor kommend. Dafür beherrscht sie leider nur 10 bis 20 englische Vokabeln, die aber ausreichen, um den Übernachtungspreis von umgerechnet nur 4,80 Euro pro Person auszuhandeln und zu bezahlen. Wieder kommen wir zu spät zum vereinbarten Treffpunkt, einer Rosneft-Tankstelle. Allerdings kommen fast alle Anderen auch zu spät an. 9.06 Uhr: Der Reisebus hätte seine Fahrgäste laut Plan 36 Minuten zuvor abholen sollen. Doch die warten immer noch in der Lobby des Hotels „Twer“. Und sie sind nicht die einzigen, die sich verspäten. Ich vermute, dass einige von ihnen noch bei einem Termin mit dem Bürgermeister von Twer sind, den wir uns zugunsten längeren Schlafes gespart haben. Oder sind sie vielleicht schon vor gefahren? Die Verspätung Aller kann ich mir nicht erklären – heute steht doch der Höhepunkt der Reise, die Ankunft in Moskau, an! Unglücklich bin ich über die Wartezeit jedoch nicht: Wir drei Mitfahrer mussten auf der Anfahrt vor jedem Bremshügel auf der Straße aussteigen, um nicht mit dem Golf aufzusitzen. Unser Wagen ist schwer beladen und voll besetzt.

Moskau - erste Hochhäuser kommen in Sicht9.54 Uhr kommen einige Fahrzeuge an. Wir reihen uns weit vorne in die Kolonne ein. Während starker Regen einsetzt, nimmt auch meine innere Anspannung zu – die ganze Nacht lang habe ich von Moskau geträumt: Spannende Begegnungen, Verirrung im Dschungel der 15-Millionen-Hauptstadt, inspirierende Momente. Von diesen Träumen zehre ich gerade, denn wir stehen bis 11.24 Uhr im Stau. Immerhin geht es jetzt im Schritttempo voran. Die Kolonne, die von der Polizei eskortiert wird, haben wir im Getümmel verloren. Jetzt heißt es: Andere „Druschba“-Fahrzeuge finden, und dran bleiben. In einem Gewerbegebiet am nordöstlichen Ende der Ringautobahn um Moskau ist der nächste Treffpunkt. Als wir dort eintreffen, sind die meisten anderen Teilnehmer noch gar nicht da. Ich habe das Glück, bei meinem ersten Live-Video des Tages die Einfahrt unserer Leute zu filmen. Die Aufzeichnung des Livefeeds gibt’s hier: https://www.facebook.com/NuoViso.TV/videos/10154279366166422/

Danach gebe ich dem „1. Kanal“ (russisches Staatsfernsehen) ein kurzes Interview.

Putins Zentrale12.30 Uhr: Der Konvoi setzt sich endlich in Bewegung. Wieder ist es das Lied „Moskau“ von Dschingis Khan, das uns schnell die schlechte Stimmung ob der sintflutartigen Regenfälle vertreibt. Unser nächster Treffpunkt ist ein Bus-Betriebshof mitten in Moskau – von da aus soll es direkt zum Roten Platz gehen. Bis zum Treff sind es allerdings noch 25 Kilometer. Die Spannung steigt. https://www.facebook.com/NuoViso.TV/videos/10154279494616422/

Gegen 14.30 Uhr kommen wir dem Ziel langsam näher. Durch die Autofenster lassen wir ordentlich laut das Lied „Druschba, Freundschaft“ nach draußen klingen. Die Moskauer auf den Gehwegen lachen und winken uns zu. Als wir auf dem Bus-Betriebshof eintreffen, springe ich aus dem Wagen, erkundige mich bei den nach uns ankommenden Friedensfreunden, wie die Fahrt war. https://www.facebook.com/NuoViso.TV/videos/10154279658436422/

Vierspurig ins ZentrumErst gegen 16.30 Uhr kommen wir mit den Bussen am Roten Platz an. Die Busse sind überfüllt, mehr als 20 Leute mussten den ganzen Weg über stehen. Ich hatte das Glück, einen Platz ganz vorn zu ergattern. Die Fahrtzeit nutze ich für kurze Interviews mit den Mitreisenden. Auf dem Platz vor dem Lenin-Mausoleum steigen alle Fahrgäste aus. Hier das Video: https://www.facebook.com/NuoViso.TV/videos/10154279739871422/

Nachdem Rainer Rothfuß und Owe Schattauer von Moskauer Offiziellen begrüßt worden sind, laufen wir als Gruppe zum Grabmal des Unbekannten Soldaten. Auch hier spielen sich, nicht zum ersten Mal bei dieser Reise, ergreifende Szenen ab: Etliche „Druschba“-Reisende knien vor dem Mahnmal nieder, als sie ihre Nelken davor in einer Reihe ablegen. Alle Eindrücke hier: https://www.facebook.com/NuoViso.TV/videos/10154279825266422/

Nach dem Gedenken an alle Opfer aller Kriege, für die das Grabmal des Unbekannten Soldaten steht, hält Owe Schattauer eine kurze Ansprache an die versammelten, anwesenden Russen. Diese bedanken sich sehr gerührt von seinen warmen Worten. Zu sehen hier: https://www.facebook.com/NuoViso.TV/videos/10154279924261422/

Aufwärmen in BetriebskantineGegen 18 Uhr gehen wir zu den Bussen und fahren zurück zum Abstellort unserer Autos. Dort angekommen, verschwindet der Großteil unserer Teilnehmer erst einmal zum Verzehr warmer Suppen in der dortigen Betriebskantine. Sie wissen: Was nun kommt, dürfte der aufregendste Part des Tages werden – die individuelle Anfahrt zum Hostel, Hotel oder Campingplatz, durch die größte Hauptstadt, die Europa zu bieten hat. Da sollte man gut gestärkt sein.

Wir kommen erst gegen 22.20 Uhr in unserem Drei-Sterne-Hotel an. Einerseits sind Martin und ich ziemlich geschafft, andererseits hält es uns auch nicht in unseren Zimmern: Die City von Moskau wartet! Unwissend, was der Stadtdschungel für uns bereit halten mag, stürzen wir uns ins Nachtleben… .

…Und wenn er nicht gestorben ist, berichtet Daniel Seidel morgen von seinem zweiten Tag in Moskau: Es stehen der Besuch einer Kathedrale, eines Bio-Bauernhofes und Stadtbesichtigungen an. Wir berichten – wie immer.


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